Print

Philadelphia oder Laodizea? Zu welcher Gemeinde gehörst du?

Die Generation der Endzeit ist einzigartig. Sie ist die schlimmste von allen. Jeder  Mensch, der umkehrt und überwindet, wird eine Belohnung erhalten, die viel größer ist als jene, die den vorangegangenen Generationen angeboten wurde. Willst du diese Belohnung erhalten? Dazu ist es notwendig, Laodizea zu verlassen, umzukehren und sich der Gemeinde der brüderlichen Liebe anzuschließen.

Sarkasmus Meine Mutter war entsetzt. Sie hatte ihre Kinder nicht dazu erzogen, so mit anderen zu reden!

Ich war 15 Jahre alt und während der Ferien zu Hause anstatt im Internat. Meine Mitbewohnerin war bei mir zu Besuch. Meiner Mutter fiel dabei auf, dass ihr Kind eine neue verbale Fähigkeit entwickelt hatte: Sarkasmus.

In einigen Kulturen (wie z.B. in Großbritannien) wird Sarkasmus als eine Form des Humors angesehen. Man zeigt auf Kosten anderer, wie scharf sein Verstand und wie erhaben die eigene Position ist. Hahaha! Guter Witz, alter Junge. Und ähnliche Bemerkungen.

Doch in den Vereinigten Staaten gilt Sarkasmus einfach nur als eine platte Unhöflichkeit, wenn nicht sogar als Gemeinheit. Denn Sarkasmus ist "eine scharfe und oft satirische oder ironische Äußerung, die schneidend oder schmerzhaft wirken soll."1 Dies ist mit Sicherheit keine Eigenschaft, die eine amerikanische Mutter in ihrem wohlerzogenen Kind entdecken möchte.  Sie will keinen Sarkasmus in den Worten ihres Sprösslings heraushören können.

Meine Mutter zog mich also beiseite, um mit mir unter vier Augen zu sprechen. So behutsam wie möglich korrigierte sie mich und sagte: "Manchmal gewöhnen wir uns ein bestimmtes Verhalten an und bemerken das gar nicht, bis uns jemand darauf hinweist. Ich bin sicher, dass du nicht unhöflich sein wolltest. Aber du hast dir da eine Art angewöhnt, die nicht gut ist. Du sprichst mit deiner Zimmernachbarin sehr sarkastisch. Das solltest du nicht länger tun, wenn du nicht willst, dass es euch beide entzweit. Sarkasmus verletzt nämlich die Gefühle des anderen."

Nun war ich entsetzt. Ich hatte gar nicht gedacht, dass meine "Witze" (auf Kosten meiner Zimmernachbarin) jemanden verletzen könnten, bis meine Mutter mich darauf hinwies. Von da an sprach ich nicht mehr in dieser Weise. Ich wollte nicht jemand sein, der anderen weh tut.

Niemand hat es besonders gern, wenn er kritisiert wird. Es "fühlt" sich einfach nicht gut an, selbst, wenn die Kritik "konstruktiv" oder vollkommen gerechtfertigt ist. Doch manchmal ist eine Botschaft so wichtig, dass man keine Angst davor haben darf, durch ihre Weitergabe die Gefühle anderer verletzen zu können. Manche Dinge müssen ausgesprochen werden. Das ist immer dann der Fall, wenn das Ergebnis einfach katastrophal wäre, hätte man geschwiegen.

Genau darum geht es in den Botschaften Jahushuas an die sieben Gemeinden in Offenbarung 2-3.

Ich ermahne dich, weil ich dich liebe.

Karte mit den 7 Gemeinden der Offenbarung des Johannes

Die Botschaften an die sieben Gemeinden enthalten Ermutigungen, Belehrungen und Warnungen, die auch den Christen der Endzeit gelten.

http://www.bible-history.com/maps/Map-7-Churches-of-Revelation-Asia.jpg 

Das Buch der Offenbarung beginnt mit Botschaften an sieben Gemeinden, von denen man weiß, dass sie in Kleinasien wirklich bestanden haben. Diese Botschaften sollten die ersten Christen ermutigen, segnen und warnen. Außerdem verbinden einige Bibelgelehrte diese Botschaften mit den verschieden Epochen in der Geschichte der Christenheit. Die meisten dieser Nachrichten enthalten ein Lob für ihre Treue, aber auch Warnungen und Ratschläge in den Bereichen, in denen sie vorsichtiger sein müssen.

Die Botschaft an Philadelphia (die 6. Gemeinde) und die an Laodizea (die 7. Gemeinde) sind für die Christen heutzutage sehr wichtig, da gerade diese Texte besonders für die Generation der Endzeit bestimmt sind. Ungewöhnlicherweise bekamen die Christen von Philadelphia keine Belehrungen oder Ermahnungen. Sie erhielten nur Lob, da ihre Treue wirklich vorbildlich war. Im Gegensatz dazu wurde die Gemeinde von Laodizea überhaupt nicht gelobt. Ihr geistlicher Zustand war so beklagenswert, dass sie mit so scharfen Worten verurteilt wurden. Dies war ein verzweifelter Versuch, sie wachzurütteln, damit sie ihre Situation und die Gefahr, die sie erwartete, wenn sie nicht umkehrten, erkennen konnten.

Niemand wird gern kritisiert. Doch auch die sanftmütigsten, liebevollsten Eltern werden schreien, um ihr Kind zu warnen, wenn es sich in unmittelbarer Gefahr befindet. Darum geht es in der Nachricht an Laodizea. Die Nachricht an diese Gemeinde ist ein einziger, verzweifelter, herzzerreißender Warnschrei unseres Retters, um sie AUFZUWECKEN! Die Gefahr ist nahe!

Durch das Studium der Botschaften an alle sieben Gemeinden lassen sich wertvolle Lehren und Ermutigungen ableiten. Doch dieser Artikel konzentriert sich nur auf die Nachrichten an Philadelphia und Laodizea. Das ist die Warnung und zugleich die Einladung des Himmels für die heutigen Gläubigen.

Die Gemeinde der brüderlichen Liebe

Und dem Engel der Gemeinde in Philadelphia schreibe: Das sagt der Heilige, der Wahrhaftige, "DER DEN SCHLÜSSEL DAVIDS HAT, DER ÖFFNET, SO DASS NIEMAND ZUSCHLIESST, UND ZUSCHLIESST, SO DASS NIEMAND ÖFFNET":

Ich kenne deine Werke. Siehe, ich habe vor dir eine geöffnete Tür gegeben, und niemand kann sie schließen; denn du hast eine kleine Kraft und hast mein Wort bewahrt und meinen Namen nicht verleugnet.

Siehe, ich gebe, dass solche aus der Synagoge des Satans, die sich Juden nennen und es nicht sind, sondern lügen, siehe, ich will sie dazu bringen, dass sie kommen und vor deinen Füßen niederfallen und erkennen, dass ich dich geliebt habe.

Weil du das Wort vom standhaften Ausharren auf mich bewahrt hast, werde auch ich dich bewahren vor der Stunde der Versuchung, die über den ganzen Erdkreis kommen wird, damit die versucht werden, die auf der Erde wohnen.

Siehe, ich komme bald; halte fest, was du hast, damit [dir] niemand deine Krone nehme!

Wer überwindet, den will ich zu einer Säule im Tempel meines Gottes (Theos)
2 machen, und er wird nie mehr hinausgehen; und ich will auf ihn den Namen meines Gottes (Theos) schreiben und den Namen der Stadt meines Gottes (Theos), des neuen Jerusalem, das vom Himmel herabkommt von meinem Gott (Theos) aus, und meinen neuen Namen.

Wer ein Ohr hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt! (Offenbarung 3,7-13.)

Betrachtet man einige Fakten aus der Geschichte Philadelphias genauer, wird die Botschaft an die Christen dieser Stadt plötzlich lebendig. Philadelphia lag an einer wichtigen Kreuzung. Die Reichsstraße nach Rom verlief mitten durch die Stadt. Wie Israel befand sich diese Stadt an einem idealen Platz, um das Evangelium zu verbreiten. Denn hier kamen die Karawanen vorbei, die in den Süden nach Afrika oder weit in den Norden Europas zogen.

Das Gebiet Kleinasiens ist sehr anfällig für Erdbeben. Im Jahr 17 n. Chr. verwüstete solch ein Beben die Stadt Philadelphia. Auf Grund dieser Erfahrung gebrauchte man danach einzigartige und sehr fortschrittliche Bautechniken, um sicherzustellen, dass die Tempel auch den schwersten Erdbeben standhalten würden.

Eine Säule im Tempel Jahuwahs

Die Fundamente [der Tempel] ruhten auf Holzkohlebetten, die mit Wollfließen bedeckt waren. Dadurch "schwamm" die Struktur wie ein Floß auf dem Untergrund. Jeder Block war mit den anderen durch Metallklammern verbunden, so dass die Plattform eine Einheit bildete.

 

Der Tempel war damit das sicherste Bauwerk in der ganzen Stadt. Die Verheißung, zu einer Säule im Tempel [Jahuwahs] gemacht zu werden, versprach also Sicherheit und Geborgenheit. Im gesamten Raum der ägäischen Türkei gibt es Säulen mit Inschriften. Ein eindrückliches Beispiel dafür ist der Tempel des Zeus in Euromos. Auf zehn seiner elf Säulen befinden sich Widmungsinschriften. [Jahushua hat versprochen,] den Namen Gottes und auch seinen neuen Namen auf diejenigen zu schreiben, die überwinden und so zu menschlichen "Säulen" werden.3

Die Säulen des antiken Philadelphia, die noch immer aufrecht stehen.

Philadelphias antike Säulen.
Image credit: https://www.etbu.edu/php/theintersection/livingintheshadow/

Die Generation der Endzeit ist dazu berufen, Jahuwah treu zu bleiben, obwohl die Erde durch viele Ereignisse erschüttert wird. Ihre Loyalität und ihr Glaube werden bis zu einem Grad geprüft, wie keine andere Gruppe von Menschen zuvor. Diejenigen, die standhaft bleiben, werden dadurch geehrt, dass sie Säulen im Tempel Jahuwahs genannt werden. Auf ihrem Zeugnis beruht der ewige Beweis dafür, dass Jahuwah gut ist.

Ein neuer Name

Zweimal im ersten Jahrhundert bekam Philadelphia einen neuen Namen. Zuerst erhielt die Stadt den Namen Neocaesarea (Cäsars neue Stadt), nachdem das verheerende Erbeben im Jahr 17 n. Chr. stattgefunden hatte. Tiberius Cäsar finanzierte den Wiederaufbau der Stadt großzügig. Die Namensänderung war ein Ausdruck der Dankbarkeit für seine Unterstützung. Als der Kaiser Vespasian nach einer anderen Katastrophe die Stadt finanziell unterstützte, änderte sie ihren Namen zum zweiten Mal.

Jede Namensänderung war ein Ausdruck der Dankbarkeit und der Ehrenbezeigung an jemanden, der in großer Not geholfen hatte. Der Lohn der Gemeinde von Philadelphia besteht darin, dass ihre Mitglieder einen neuen Namen erhalten. Wer Jahuwah auch in den Abschlussszenen der Erdgeschichte treu bleibt, ist für alle Ewigkeit ein lebendiges Zeugnis für die Güte und Gerechtigkeit der göttlich Herrschaft. Diese Menschen werden dadurch geehrt, dass sie den Namen Jahuwahs und den des heiligen Jerusalems auf die Stirn geschrieben bekommen.

Die Gemeinde von Philadelphia besitzt einen sehr passenden Namen. Sie ehrt Jahuwah mehr als alle anderen Gemeinden, denn durch das Leben ihrer Mitglieder veranschaulicht diese Gemeinde den Charakter und das Leben des Erlösers. Eines Tages fragte ein Gesetzeslehrer Jahushua: "Meister, welches ist das größte Gebot im Gesetz?" (Matthäus 22,36.) Jahushua antwortete sofort: "Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Denken. Das ist das erste und größte Gebot. Und das zweite ist ihm vergleichbar: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. An diesen zwei Geboten hängen das ganze Gesetz und die Propheten."(Matthäus 22,37-40.)

Liebe. Jahuwahs Herrschaft beruht auf Liebe. Sowohl sein Charakter als auch sein Gesetz sind ein Ausdruck dieser Liebe. Johannes schrieb: "Geliebte, lasst uns einander lieben! Denn die Liebe ist aus Gott, und jeder, der liebt, ist aus Gott geboren und erkennt Gott. Wer nicht liebt, der hat Gott nicht erkannt; denn Gott ist Liebe." (1. Johannes 4,7-8.) Gerade in dieser Frage spiegelt die Gemeinde von Philadelphia das Licht des Himmels wider, wie es keine andere Gemeinde tut. Das Wort Philadelphia bedeutet sogar "brüderliche Liebe". Es ist die Gemeinde der geschwisterlichen Liebe. Sie lieben viel, weil ihnen viel vergeben worden ist. Aus diesem Grund spiegeln sie das Bild Jahushuas so klar wider wie keine andere Gemeinde.

 Amphitheater des antiken Philadelphia

Das Amphitheater des antiken Philadelphias.
Image credit: By Ken and Nyetta [CC BY 2.0 (http://creativecommons.org/licenses/by/2.0)], via Wikimedia Commons

Die Gemeinde von Laodizea

Und dem Engel der Gemeinde von Laodizea schreibe: Das sagt der "Amen", der treue und wahrhaftige Zeuge, der Ursprung der Schöpfung Jahuwahs:

Ich kenne deine Werke, dass du weder kalt noch heiß bist.

Ach, dass du kalt oder heiß wärst! So aber, weil du lau bist und weder kalt noch heiß, werde ich dich ausspeien aus meinem Mund.

Denn du sprichst: Ich bin reich und habe Überfluss, und mir mangelt es an nichts! – und du erkennst nicht, dass du elend und erbärmlich bist, arm, blind und entblößt.

Ich rate dir, von mir Gold zu kaufen, das im Feuer geläutert ist, damit du reich wirst, und weiße Kleider, damit du dich bekleidest und die Schande deiner Blöße nicht offenbar wird; und salbe deine Augen mit Augensalbe, damit du sehen kannst!

Alle, die ich liebhabe, die überführe und züchtige ich. So sei nun eifrig und tue Buße!

Siehe, ich stehe vor der Tür und klopfe an. Wenn jemand meine Stimme hört und die Tür öffnet, so werde ich zu ihm hineingehen und das Mahl mit ihm essen und er mit mir.

Wer überwindet, dem will ich geben, mit mir auf meinem Thron zu sitzen, so wie auch ich überwunden habe und mich mit meinem Vater auf seinen Thron gesetzt habe. (Offenbarung 3,14-21.)

Die Gemeinde von Laodizea steht im krassen Gegensatz zu Philadelphia. Während jene nur Lob erhält, bekommen die Christen von Laodizea gar kein Kompliment. Der geistliche Zustand der Mitglieder dieser Gemeinde ist so desolat und bedauerlich, dass sie nichts anderes als Kritik bekommen!

Laodizea

Laodizea, Phrygien, Türkei.

Image credit: By Carole Raddato from FRANKFURT, Germany  [CC BY-SA 2.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0)], via Wikimedia Commons

Jesaja prophezeite die Sendung des Messias mit den Worten: "Das geknickte Rohr wird er nicht zerbrechen, und den glimmenden Docht wird er nicht auslöschen; wahrheitsgetreu wird er das Recht hervorbringen." (Jesaja 42,3.) Jahushua hatte seine Freude daran, anderen Mut zu machen. Seine Worte wirkten wie ein erfrischender Trunk in einem trockenen und staubigen Land. Auf seinen Wanderungen nahm er sich immer die Zeit, um andere zu ermutigen und durch seine Worte aufzurichten. Seine Botschaft an Laodizea enthält jedoch nicht anderes als Kritik. Das zeigt uns, wie groß die Gefahr ist, in der sich diese Gemeinde befindet. Es ist, als ob eine sanftmütige Mutter ihrem Kind ein lautes "Stopp!" zuschreit, um es davor zu bewahren, vor einen LKW zu laufen. Jahushuas harte Anklage gegen Laodizea soll also als allerletzte Warnung dienen,  um diese Christen endlich aufzuwecken und vor dem drohenden Desaster zu retten.

Die Gemeinde von Laodizea ist als die lauwarme Gemeinde bekannt. Wie bei der antiken Stadt Philadelphia hält auch die Geschichte dieser Stadt einige interessante Informationen über die Christen der letzten Generation bereit:

 

Sechs Meilen nördlich [von Laodizea] befinden sich die Thermalquellen bei Hierapolis (das Wasser ist nicht trinkbar). Ihre weißen Kalkfelsen sind schon vom weitem sichtbar.

 

Die Römer bauten ein Aquädukt, welches fünf Meilen lang war und zu einer üppigen Quelle führte, um von dort das Trinkwasser zu bekommen. [...] Das kühle Quellwasser wurde aufgrund der Länge des Aquädukts allerdings lauwarm, bis es in der Stadt angekommen war und abgefüllt werden konnte. Die Lage der Stadt richtete sich nach ökonomischen Gesichtspunkten (Handel und Kommerz), denn Laodizea entwickelte sich zu einem führenden Finanzzentrum. Auch diese Stadt wurde von Erdbeben erschüttert und nahm finanzielle Hilfe aus Rom an.

Im Jahr 60 verwüstete ein großes Erdbeben viele Städte in Kleinasien. Allein Laodizea lehnte in diesem Fall das römische Finanzierungsangebot ab, da die Stadt so wohlhabend war. Dieser Reichtum führte jedoch zu einer Geisteshaltung, in der die Menschen ihre Selbstsicherheit auf diesen Wohlstand gründeten. Die Einstellung "Ich bin reich!" fand auch in der Gemeinde Zutritt. Es ist eine Ironie der Geschichte, dass die Gemeinde Laodizeas an geistlicher Blindheit litt. Denn in einer medizinischen Einrichtung dieser Stadt wurde eine berühmte Salbe zur Behandlung von Augenkrankheiten hergestellt.

Auch die im Bibeltext enthaltene Ermahnung, sich weiße Kleider zu kaufen, um die Schande ihrer Blöße zu bedecken, ist eine Ironie. Denn die Gläubigen lebten in einer Stadt, in der die Römer viele Textilmanufakturen eingerichtet hatten, in denen die berühmte schwarze Wolle der Region zu Kleidung verarbeitet wurde.

 

(http://www.meandertravel.com/biblical_asia_minor/biblical_asia_minor.php?details=churchinlaodicea&m=3&md=sc3)


Mehr Licht = mehr Selbstgefälligkeit

Die Gemeinde von Laodizea repräsentiert die Christenheit der Endzeit. Seit der protestantischen Reformation im 16. Jahrhundert wurde denen, die ihre Bibeln studieren, immer mehr Licht gegeben. Jede Kirche innerhalb des Protestantismus wurde mit Wahrheiten gesegnet. Sie besaßen viel mehr Licht als die Christen im finsteren Mittelalter. Sogar die römisch-katholische Kirche besitzt heutzutage mehr Licht als zu der Zeit Martin Luthers, obwohl sie sich an ihre Traditionen hält.4

Doch mit dem Licht ist nicht die Hingabe und die Treue gewachsen. Stattdessen hat der Zuwachs des Lichtes zur Selbstgefälligkeit geführt. Geistlicher Stolz und ein Gefühl der Sättigung und der geistlichen Überlegenheit haben die Herzen erfüllt. Dieser Geisteszustand verursacht dem wahrhaftigen Zeugen allerdings Übelkeit.

Oh, die Laodizäer verstehen sich auf das Predigen! Doch sie handeln nicht danach. Ihre Worte sind "heiß", aber ihre Taten (die dem Herzen entspringen) sind "kalt". Sie versagen, wenn es darum geht, Jahushuas Charakter nachzuahmen und sein Bild widerzuspiegeln.

Laodizäer weisen darauf hin, dass sie soviel mehr verstehen als die Christen in der Vergangenheit. Dies trägt zu ihrer Selbstsicherheit bei, da es in ihren Augen ihre Überlegenheit bestätigt. Sie geben vielleicht sogar zu, Laodizäer zu sein. Gelegentlich werden Predigten über den Zustand der Gemeinde von Laodizea gehalten und die Christen werden darauf hingewiesen, dass sie heute lauwarm sind. Die Zuhörer sitzen auf ihren Bänken, nicken mit dem Kopf, stimmen dem Prediger zu, dass sie lauwarm sind, und halten sich allein deshalb für besser als jene, die nicht zugeben, zu Laodizea zu gehören.

Laodizea

Das ist ein fast hoffnungsloser Zustand. Denn diese Menschen sind nicht nur "elend und erbärmlich, arm, blind und entblößt". Ihr Lippenbekenntnis, Laodizäer zu sein, verfestigt noch ihre Geisteshaltung: "Ich bin reich und habe Überfluss, und mir mangelt es an nichts!"

Die Wahrheit ist, dass die Gemeinde von Laodizea heutzutage sämtliche Kirchen und Gemeinschaften der Christenheit repräsentiert. Keine Gemeinde oder Denomination ist davon ausgenommen. Alle Gemeinden und alle Gläubigen befinden sich in diesem Zustand, weil jede Kirche ohne Ausnahme mit den Wahrheiten zufrieden ist, die sie besitzt, und keine Lust dazu hat, voranzugehen,  nach der Wahrheit zu suchen und neue Erkenntnis anzunehmen.

 Kirchenbänke.

Alle christlichen Gemeinschaften befinden sich heute im Zustand Laodizeas. Denn jede einzelne von ihnen hat in irgendeiner Hinsicht die Wahrheit abgelehnt und sich geweigert, das Licht anzunehmen, mit dem der Himmel die Welt heutzutage beschenkt. Daher gilt die Einladung des wahrhaftigen Zeugen jedem modernen Christen.

Die göttliche Arznei

Obwohl sich die Laodizäer im allerschlimmsten Zustand befinden, werden sie von unserem Retter nicht weniger geliebt als die anderen Christen. Er erbarmt sich auch über sie. Sein liebevolles Herz sehnt sich nach ihnen. Er wünscht sich, dass jeder von ihnen umkehrt und gerettet wird. Seine tröstliche Nachricht lautet: "Alle, die ich liebhabe, die überführe und züchtige ich. So sei nun eifrig und tue Buße!" (Offenbarung 3,19.)

Jahushua ist bereit dazu, für jeden Laodizäer alles bereitzustellen, was dieser zur Umkehr und Verwandlung braucht:

Er stellt alles zur Verfügung, was du brauchst! Und mit diesen Geschenken bekommst du die Erkenntnis, wie bedürftig du in jedem Bereich doch bist.

Die Gemeinde von Laodizea besitzt keinerlei Qualitäten oder Eigenschaften, die zur Erlösung ihrer Mitglieder beitragen könnten. Erst wenn jemand den Ratschlag des wahrhaftigen Zeugen befolgt und Buße tut, geschieht eine wunderbare Verwandlung. Der Laodizäer, der selbstzufrieden und Stolz auf seine geistliche Erkenntnis war, bekehrt sich, verlässt Laodizea und wird Mitglied der Gemeinde von Philadelphia, die das Bild Jahushuas vollkommen widerstrahlt.

Das Verlassen Laodizeas und die Eingliederung in Philadelphia macht die letzte Generation zu etwas ganz besonderem. Niemals wurde eine Gruppe von Menschen dazu aufgefordert, ihre geistliche Herkunft und ihre Bindungen an Familie und Freunde in so einem hohen Maße aufzugeben. Im 18. Kapitel der Offenbarung findet sich der Befehl: "Geht aus von ihr, mein Volk!" Jeder reuige Laodizäer wird diesem Aufruf Folge leisten.

Der Lohn für die Treue

Jede religiöse Körperschaft innerhalb der Christenheit heutzutage gehört zu Laodizea. Jede von ihnen hat in irgendeiner Hinsicht Licht zurückgewiesen. Wenn man nun den Rat des wahrhaftigen Zeugen befolgen will, muss man etwas tun, was keine andere Gruppierung jemals zuvor getan hat: Man muss dem Lamm dorthin folgen, wo es hingeht. Mann muss ihm sogar dann folgen, wenn es bedeutet, die Kirche oder  Denomination zu verlassen, der du dein ganzes Leben lang schon angehörst!

Bibelstudium

 

Diesen Weg werden nicht viele Menschen wählen. Die meisten Leute wünschen sich, zu einer Gruppe gleichgesinnter Gläubigen zu gehören, die ihnen Bestätigung verschafft. Sie sind nicht darauf vorbereitet, allein für die Wahrheit einzustehen. Nur ein kleiner Rest wird sich bereit erklären, alles für die Wahrheit zu opfern, und diesen Schritt dann auch umsetzen.

Doch der Lohn, der diese Treuen erwartet, ist unvergleichlich!

Der Apostel Paulus schrieb: "Was kein Auge je gesehen und kein Ohr jemals gehört, was keinem Menschen je in den Sinn kam, das hält Jahuwah für die bereit, die ihn lieben." (Vgl. 1. Korinther 2,9; NeÜ.) Diese Verheißung wird für alle Erlösten in Erfüllung gehen, doch für den Überrest der Laodizea verlässt und Teil der Gemeinschaft der brüderlichen Liebe wird, in dem er in das Ebenbild Jahushuas verwandelt wird, haben diese Worte eine besondere Bedeutung.

Die Gemeinde von Laodizea ist die siebente Gemeinde. Wer den wahrhaftigen Zeugen gehorcht und Buße tut, wird sieben Belohnungen erhalten. 

Jeder der Gemeinden wird in ihrer jeweiligen Botschaft eine besondere Belohnung versprochen, die die Überwinder erhalten werden. Doch der Lohn, der dem reuigen Laodizäer angeboten wird, übertrifft alle anderen. Lässt ein Christ seine laue Geisteshaltung hinter sich und tritt Philadelphia bei (der sechsten Gemeinde), dann erwarten ihn auch die Belohnungen für die Überwinder, die in der Botschaft für Philadelphia genannt sind. Dazu gehört:

  1. Die Synagoge des Satan wird zu den Füßen der Überwinder anbeten und anerkennen, dass Jahuwah diese geliebt hat. (Vgl. Offenbarung 3,9.)
  2. Schutz vor der Stunde der Versuchung, welche über die ganze Welt kommen wird. (Vgl. Offenbarung 3,10.)
  3. Man wird zu einer Säule im Tempel Jahuwahs und muss diesen nie mehr verlassen. (Vgl. Offenbarung 3,12.)
  4. Der Name Jahuwahs wird auf die Stirn der Überwinder geschrieben (Vgl. Offenbarung 3,12.)
  5. Der Name "Neues Jerusalem" wird ebenfalls auf die Stirn der Überwinder geschrieben. (Vgl. Offenbarung 3,12.)
  6. Auch Jahushuas neuer Name wird auf diese Stirnen geschrieben. Er zeigt an, dass der jeweilige Mensch ein Mitglied der Familie Jahushuas ist. (Vgl. Offenbarung 3,12.)

Diejenigen, die sich zurücknehmen und im Glauben akzeptieren, dass die Anklage gegen Laodizea ihren eigenen Zustand perfekt beschreibt, obwohl sie dies selbst nicht erkennen, erhalten sogar noch einen größeren Lohn.

"Wer überwindet, dem will ich geben, mit mir auf meinem Thron zu sitzen, so wie auch ich überwunden habe und mich mit meinem Vater auf seinen Thron gesetzt habe." (Offenbarung 3,21.)

So werden die Letzten die Ersten und die Ersten die Letzten sein. Denn viele sind berufen, aber wenige auserwählt.

Matthäus 20,16.

Was für eine Belohnung! Die Überwinder werden Anteil am Thron des Erlösers haben! Wie ist das möglich?

Jahushua erzählte einst ein Gleichnis, in dem ein Landbesitzer die Arbeiter, die erst in der 11. Stunde anfingen, prozentual gesehen besser entlohnte als die der ersten Stunde. Er erklärte: "So werden die Letzten die Ersten und die Ersten die Letzten sein. Denn viele sind berufen, aber wenige auserwählt." (Matthäus 20,16.) In einen gewissen Sinne ehrt die Generation der Endzeit Jahuwah mehr als jede vor ihr. Der Grund ist einfach: Sie ist die letzte Generation. Wer ihr angehört, ist am weitesten von Adam entfernt. Er hat ein Erbe angetreten, das in einer Neigung zum Bösen besteht, die über 6000 Jahre angewachsen ist. Und doch ist er durch den Glauben an den Erlöser und durch die vollkommene Unterstellung unter ihn zum Überwinder geworden. Die umwandelnde Kraft der göttlichen Liebe hat ihn erlöst und ist in seinem Leben und durch seine Errettung deutlicher geworden als je zuvor.

Doch als die letzte Generation hat die der Laodizäer nicht nur ein böses Erbe angetreten: Sie konnte auch auf die Wahrheiten zurückgreifen, die sich innerhalb dieser 6000 Jahre angesammelt hatte. Doch genau dieser Umstand hatte dazu geführt, dass sie sich allen anderen Generationen gegenüber überlegen fühlten. Daher war ihr Fall fast hoffnungslos... Doch mit Jahushuas Hilfe gibt es immer Grund zur Hoffnung. Durch seine Kraft, Macht und Liebe wurde den Menschen, die umkehrten, sogar noch mehr Licht gegeben. So erkannten sie die Irrtümer, an denen sie so lange festgehalten hatten. Die Überwinder Laodizears demütigen sich selbst und kehren um. Und indem sie das tun, bringen sie mehr als jede vorherige Generation Satan mit seinen Anschuldigungen zum Schweigen, die er gegen das Gesetz Jahuwahs erhoben hat.

Die Überwinder der siebten Gemeinde sind nur ein kleiner Überrest der letzten Generation von Christen. Doch sie erhalten einen Lohn, der anders ist als jener, der den vorangegangenen Überwindern zuteil wird. Er besteht nicht nur aus dem sechsfachen Lohn der den Mitgliedern Philadelphias gegeben wird, sondern es kommt auch noch dazu, dass sie mit Jahushua zusammen auf den Thron sitzen werden. Sie bekommen dies alles, weil sie als die Schlimmsten der Schlimmsten, die der letzten Generation angehörten, doch umkehrten und Jahuwah die Ehre gaben, als sie trotz ihrer Schwäche, Blindheit und ererbter Neigung zum Bösen sich an Jahushua wendeten, erlöst und geheiligt wurden und durch den Glauben an ihn sein Gesetz hielten.

Wie Maria Magdalena werden die Überwinder Laodizeas viel lieben, weil ihnen viel vergeben worden ist. (Vgl. Lukas 7,36-50.) Wie keine andere Generation zuvor werden sie die Abgründe erkennen, aus denen sie die erlösende Liebe gezogen hat. In alle Ewigkeit wird auf ihren Lippen das Lied erklingen, welches sie zur Ehre des Vaters und aus Dankbarkeit zu seinem Sohn singen werden. Es ist eine beispiellose Demonstration von Jahuwahs Liebe und Macht, dass er jene, die so tief in der Sünde versackt sind wie die letzte Generation, doch aus ihrer Verderbtheit herausreißt und ihnen die Ehre zuteil werden lässt, mit Jahushua auf dem Thron des Universums sitzen zu dürfen.

Das ist die Zukunft, die dir jetzt angeboten wird. Du kannst deine wirkliche Situation und deinen geistlichen Zustand als Laodizäer nicht erkennen, weil du dem gegenüber blind bist. Doch du kannst demjenigen Vertrauen schenken, der nicht lügen kann, und seinem Wort glauben. Nimm seine Aussage im Glauben an und strecke dann deine Hand aus, um seine zu ergreifen.

Erkenntnis

Er wartet mit weit geöffneten Armen auf dich, um dich zu empfangen. Wenn du zu ihm kommst, wird er dich mit dem Gold des Glaubens überschütten, dich mit seiner eigenen Gerechtigkeit bekleiden und deine Augen mit seiner heilenden Augensalbe behandeln. Willst du nicht darauf vertrauen, das Jahushua dich besser kennt, als du dich selbst erkennen könntest? Willst du dich nicht von den Schlingen Laodizeas befreien? Willst du nicht heute schon ein Mitglied Philadelphias werden?

Eine Ewigkeit voller Freude, Glück und unaussprechlicher Ehre erwartet jeden Menschen, der demütig Jahushuas Einschätzung seiner geistlichen Kondition annimmt, umkehrt und sich Philadelphia, der Gemeinde der geschwisterlichen Liebe, anschließt.

Großer König der Schöpfung, Erschaffer und Erhalter aller Dinge, im Glauben nehmen wir an, dass die Beschreibung von Laodizea auf eine Art und Weise zutrifft, die wir jetzt noch nicht begreifen. Wir bitten dich in Demut darum, unseren Glauben zu stärken. Bitte gib uns das Gold, das durch Feuer geläutert ist. Das weiße Gewand der Gerechtigkeit des Heilandes, um unsere Nacktheit zu bekleiden, und göttliche Augensalbe, damit wir die wunderbaren Dinge wahrnehmen können, die in deinem Gesetz enthalten sind. Arbeite du an uns, bis wir deinem Ebenbild entsprechen damit wir für immer deine Güte, Gnade, Macht und deine liebevolle Freundlichkeit gegenüber den Menschenkindern bezeugen können. Wir bitten darum im Namen unseres Heilandes Jahushua und vertrauen unsere Seelen deinem Schutz an.

Amen.

 
Kindliche Liebe
 

Beachte: Das Wort Kirche bzw. Gemeinde (engl. church) gibt die Bedeutung des ursprünglichen, griechischen Begriffes "Ekklesia" nicht korrekt wieder. Im ganzen Neuen Testament bezieht sich Ekklesia auf diejenigen, die herausgerufen sind. Denn die echten Nachfolger Jahushuas werden tatsächliche aus den organisierten Denominationen und Religionsgruppen des gefallenen, babylonischen Systems herausgerufen. Sobald man den Befehl, aus Babylon zu fliehen, gehört und ihm gehorcht hat, darf man nie wieder zu den babylonischen Kirchen und Religionsformen zurückkehren.

1 Merriam-Webster Dictionary.

2 Der Name "Gottes" lautet natürlich Jahuwah. Die Wiederholung des Begriffes "mein Gott" ist hier doch bewusst gewählt worden. Sie zeigt nämlich, dass nur der Schöpfer aller Dinge und Urgrung allen Lebens der Anbetung letztendlich würdig ist. Paulus brachte diesen Zusammenhang auf den Punkt, als er erklärte: "Denn wenn es auch solche gibt, die Götter genannt werden, sei es im Himmel oder auf Erden – wie es ja wirklich viele "Götter" und viele "Herren" gibt –, so gibt es für uns doch nur einen Gott, den Vater, von dem alle Dinge sind und wir für ihn; und einen Herrn, Jahushua, den Gesalbten, durch den alle Dinge sind, und wir durch ihn. " (Vgl. 1. Korinther 8,5-6.)

4 Martin Luther trennte sich vom Katholizismus aufgrund einer Meinungsverschiedenheit über die Rechtfertigungslehre. Martin Luther glaubte, dass der Mensch allein durch die Gnade und den Glauben gerettet wird. Die Katholische Kirche lehrte, dass die Erlösung auf guten Werken beruhen würde. 1999 unterzeichneten Vertreter der römisch-katholische Kirche und der Weltgemeinschaft der Lutheraner einen 47-seitiges Dokument mit dem Titel "Joint Declaration on the Doctrine of Justification". Diese Vertreter einigten sich in diesem Schriftstück, in dem sie die beiden Definitionen miteinander kombinierten: "Zusammen bekennen wir: Allein durch Gnade und im Glauben an das Erlösungswerk Christi und nicht aufgrund irgendeines unserer Verdienste werden wir von Gott angenommen und empfangen den Heiligen Geist, welcher uns zu guten Werken befähigt und aufruft." http://www.vatican.va/roman_curia/pontifical_councils/chrstuni/documents/rc_pc_chrstuni_doc_31101999_cath-luth-annex_en.html