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Die Rechnung ist beglichen


Weshalb die Feste verbindlich sind, die Beschneidung jedoch nicht

 

Die Beschneidung war eng mit dem Opfersystem verbunden. Sie war Teil des Systems, das im Glauben vorausblickte auf das Blut, das Jahushua am Kreuz vergoss. Als solches stellt sie deshalb in der Zeit nach der Kreuzigung keine verbindliche Forderung mehr dar.

 

Offene BibelFast zwei Jahrtausende des Irrtums, des Aberglaubens und der Traditionen haben dafür gesorgt, dass viele Wahrheiten unter einer Gerölllawine begraben wurden. Wahrheiten, die von den Christen zur Zeit der Apostel verstanden wurden, werden erst jetzt, in diesen letzten Tagen, wiederentdeckt. Die Wiederherstellung dieser längst vergessenen Wahrheiten kann allerdings manchmal sehr verwirrend sein. Man kann die Wahrheit nicht verstehen, wenn man nicht im Besitz der ganzen Wahrheit ist. Viele fragen sich deshalb, welche der levitischen Gesetze noch zu halten sind, und natürlich auch, welche nicht mehr verbindlich sind.

Besonders das Ritual der Beschneidung stiftet viel Verwirrung, gerade für die, die vollständigen Gehorsam leisten wollen. Ein gründliches Studium der Bibel hat in den vergangenen Jahren offenbart, dass einige „alttestamentliche“ Anforderungen immer noch gültig und verbindlich sind, die in der Vergangenheit sehr schnell als „nur-für-Juden-gültig“ abgetan wurden. Hier sind einige Beispiele: Der Verzicht auf unreines Fleisch, das Halten des Siebenten-Tags-Sabbats, das Feiern der jährlichen Feste. (Wenn du mehr über die jährlichen Fest wissen willst, lies bitte die Artikel „Die Frühlingsfeste“ und „Die Herbstfeste“.) Dabei stellt sich natürlich die Frage: "Aber was ist mit der Beschneidung?" Das Neue Testament lehrt eindeutig, dass die Beschneidung von den Heiden, die sich bekehrten, nicht verlangt wurde. Diese Tatsache hat dazu geführt, dass viele es auf dieser Grundlage auch ablehnten, die Feste zu halten. Das ist tragisch, denn die frühen Christen hielten die Feste weiterhin für Hunderte von Jahren. Allein in Schottland feierten die Christen noch für 1000 Jahre das Passahfest. Wenn man verstehen will, warum die Feste noch verbindlich sind, die Beschneidung jedoch nicht, ist es notwendig, das Beschneidungsgebots klar und deutlich zu verstehen.

„Die Beschneidung war Teil des Opfersystems.“

Die verschiedenen Gesetze wurden in unterschiedliche Kategorien eingeordnet. Es gab Zivilgesetze, Strafgesetze und religiöse Verordnungen. Sogar innerhalb der religiösen Verordnungen gehören die Gesetze, die sich auf religiöse Festzeiten (z. B. Sabbate, Neumondtage, jährliche Feste) beziehen, in eine andere Kategorie als die, die für das Opfersystem gelten. Die Beschneidung war Teil des Opfersystems.

Obwohl das Opfersystem bereits nach dem Sündenfall eingerichtet wurde, wurde die Beschneidung als religiöses Ritual nicht bis zur Zeit Abrahams eingeführt. Sünde vernebelt den Intellekt. Darum ist es auch nicht möglich, dass man alles auf einmal beigebracht bekommt. Jahuwah hat viel Geduld mit der Schwachheit seiner Kinder. Er achtet geduldig darauf, wo jeder Einzelne in seinem Erkenntnisprozess steht. Selbst Jahushua sagte in der Nacht seines Todes zu seinen Jüngern: "Noch vieles hätte ich euch zu sagen; aber ihr könnt es jetzt nicht ertragen." (Johannes 16,12.) Genau deshalb ist die Wahrheitsfindung progressiv. Sie schreitet voran. Die Beschneidung wurde als religiöser Ritus etabliert, als Jahuwah einen Bund mit Abraham einging.

Im 1. Buch Mose finden wir die Geschichte, die uns darüber berichtet, auf welche Weise beide diese Bundesbeziehung eingegangen sind. Jahuwah sagte zu Abram: "Fürchte dich nicht, Abram, ich bin dein Schild und dein sehr großer Lohn!" (1. Mose 15,1.)

Schon einige Zeit zuvor hatte Jahuwah Abram bereits versprochen, dass er das Land Kanaan seinen Nachkommen geben würde. Nun nahm Abram an, dass das Versprechen durch seinen Verwalter Elieser in Erfüllung gehen würde, da Abram selbst keine eigenen Kinder hatte. Aber Jahuwah wies ihn zurecht und bestärkte ihn. Abram würde noch einen leiblichen Nachkommen bekommen, der sein Erbe sein würde. Jahuwah sagte weiterhin, dass Abrams Nachkommen so zahlreich sein würden wie die Sterne des Himmels. (Siehe 1. Mose 15,2-5.) Der nächste Vers beinhaltet eine kraftvolle, wunderschöne und aufschlussreiche Aussage: "Und [Abram] glaubte Jahuwah, und das rechnete Er ihm als Gerechtigkeit an." (1. Mose 15,6.)

Abram bei der Vorbereitung des BündnisopfersAbram glaubte der Verheißung Jahuwahs. Er war alt, seine Frau war alt, aber er vertraute dennoch dem Wort Jahuwahs: „Ich bin Jahuwah, der dich von Ur in Chaldäa herausgeführt hat, um dir dieses Land zum Erbbesitz zu geben." (1. Mose 15,7.)

Dann berichtet die Bibel davon, dass Abram ein Anliegen äußert, das auf den ersten Blick sehr überraschend erscheint. "Adonai Elohim, woran soll ich erkennen, dass ich es als Erbe besitzen werde?" (Vers 8.) Dies war kein Ausdruck des Zweifels. Die Schrift hat bereits deutlich festgestellt, dass Abram der Verheißung glaubte. Vielmehr fragte er damit so respektvoll wie möglich, ob der Allmächtige einen Bund mit ihm schließen würde.

Der nächste Vers berichtet, dass Jahuwah den Wunsch Abrams erfüllte: 

„Und Er sprach zu ihm: Bringe mir eine dreijährige Kuh und eine dreijährige Ziege und einen dreijährigen Widder und eine Turteltaube und eine junge Taube!

Und er brachte das alles und zerteilte es mittendurch, und legte jedes Teil dem anderen gegenüber. Aber die Vögel zerteilte er nicht.“ (1. Mose 15,9.10.)

Das mag eigenartig erscheinen, wenn man es mit modernen Augen betrachtet, aber Abram verstand: Jahuwah hatte seiner Bitte um einen Bundesschluss entsprochen! Ein Bund ist definitionsgemäß ein rechtskräftiger Vertrag. "Ein Vertrag ist eine Vereinbarung zwischen zwei oder mehr Personen, der schriftlich eingegangen und beglaubigt wird, in dem jede Partei [...] verspricht, der anderen etwas zu geben oder für sie zu tun.“1 Laut Definition sind für einen Bund mindestens zwei Parteien oder Einzelpersonen nötig. Heutzutage unterzeichnen die beteiligten Parteien ein offizielles Dokument. Von Land zu Land gibt es in dieser Praxis manchmal leichte Abweichungen. Aber unabhängig von geringfügigen Unterschieden, ist der Vertrag trotzdem rechtlich verbindlich. Manchmal bezeugt ein Notar die Unterschrift der Beteiligten und das Dokument wird beim Amtsgericht hinterlegt.

In den Tagen Abrams wurden Bündnisse anders besiegelt. Man opferte Tiere und zerteilte ihre Körper. Anschließend gingen die einzelnen Parteien, die miteinander einen Bund eingingen, durch die geteilten Tierkörper hindurch. Auf diese Art sagte man: "Das und noch Schlimmeres soll mir geschehen, wenn ich diesen Bund brechen sollte.“ Genau das geschah hier. Wir lesen in der Bibel: "Und es geschah, als die Sonne untergegangen und es finster geworden war — siehe, [da war] ein rauchender Glutofen und eine Feuerfackel, die zwischen den Stücken hindurchfuhr. An jenem Tag machte Jahuwah einen Bund mit Abram". (1. Mose 15,17-18.)

Das deutsche Wort "Bund" ist eine Übersetzung des hebräischen Wortes berîyth. Es bedeutet buchstäblich "schneiden". Ein Bund ist ein "Pakt (weil er durch das Hindurchgehen durch zwei Fleischstücke zustande gekommen ist)."2 Wie liebevoll sich der Allmächtige hier herabließ! Er drückte seine sichere Verheißung auf diese menschliche Weise aus, so dass Abram sie verstehen konnte!

Daraufhin versuchte Abram aus seiner eigenen Kraft heraus, Jahuwah bei der Erfüllung seines Teils der Abmachung zu helfen: Abram zeugte den Ismael mit der Hagar. Doch das gehörte nicht zu Jahuwahs Plan! Wie geduldig er unsere menschlichen Schwächen und unser Scheitern erträgt! Weitere dreizehn Jahre vergingen, bis Jahuwah zu Abram zurückkehrte. Zu dieser Zeit wurde dann der Bund durch das Ritual der Beschneidung ratifiziert.

Der Bund Jahuwahs mit Abram umfasste weit mehr, als Abram damals begreifen konnte. Jahuwah versprach dem Abram nicht nur einen Sohn mit Sarai, sondern auch, dass der lang verheißene Messias ein Nachfahre von ihm sein würde!

Der Bund Jahuwahs mit Abram umfasste weit mehr, als Abram damals begreifen konnte. Jahuwah versprach dem Abram nicht nur einen Sohn mit Sarai, sondern auch, dass der lang verheißene Messias ein Nachfahre von ihm sein würde! Der eingeborene Sohn Jahuwahs sollte für die Sünder sterben, um sie zu erlösen. Jahuwah sicherte dem Abraham in diesem Bund also zu, alles Erforderliche zu tun, um Erlösung zu ermöglichen. Der Hebräerbrief berichte in Kapitel 9,22: "Und fast alles wird nach dem Gesetz mit Blut gereinigt, und ohne Blutvergießen geschieht keine Vergebung."

Es war ein Blutbund, den Abram und Jahuwah miteinander schlossen. Solch ein Bund benötigt Blut, das auf beiden Seiten vergossen werden muss, damit er abgeschlossen werden kann. Jahuwah verlangte nicht den Tod Ismaels oder Isaaks als Ersatz für den Tod seines eigenen Sohnes. Um den Vertrag allerdings rechtsgültig zu machen, war auch das Blut Abrams erforderlich. Dieses Blut wurde bei der Beschneidung vergossen. Jeder, der sich nach dem verheißenen Messias sehnte und ein Erbe der Verheißung sein wollte, demonstrierte seinen Glauben dadurch, dass auch er an diesem Ritual teilnahm.

Jahuwah änderte anschließend den Namen Abrams in Abraham (Vater vieler Völker) und den Namen Sarais in Sarah (Fürstin; Mutter vieler Völker), um ihren Glauben an diesen Teil des Verheißung zu stärken. Abraham und seine Nachkommen sollten sich beschneiden lassen, um ihre Zustimmung zu den Bedingungen des Bundes zu bekunden.

"Ich bin Elohim, der Allmächtige. Wandle vor mir und sei untadelig!

Und ich will meinen Bund schließen zwischen mir und dir und will dich über alle Maßen mehren!

Das ist aber mein Bund, den ihr bewahren sollt, zwischen mir und euch und deinem Samen nach dir:

Alles, was männlich ist unter euch, soll beschnitten werden.

Und ihr sollt am Fleisch eurer Vorhaut beschnitten werden. Das soll ein Zeichen des Bundes sein zwischen mir und euch." (1. Mose 17,1-2.10-11.)

Offene Bibel vor blauem HimmelFast zwei Jahrtausende später benutzte Paulus die Erlebnisse von Abraham, Ismael und Isaak als ein Sinnbild für die Gerechtigkeit aus dem Glauben, die er der Gerechtigkeit aus Werken gegenübergestellte:

„Es steht doch geschrieben, dass Abraham zwei Söhne hatte, einen von der [leibeigenen] Magd, den anderen von der Freien.

Der von der Magd war gemäß dem Fleisch geboren, der von der Freien aber kraft der Verheißung.

Das hat einen bildlichen Sinn: Dies sind nämlich die zwei Bündnisse; das eine vom Berg Sinai, das zur Knechtschaft gebiert, das ist Hagar.“ (Galater 4,22-24.)

Indem er ein Kind mit der Hagar zeugte, versuchte Abraham aus seiner eigenen Kraft und durch seine eigenen Werke, den Sohn der Verheißung zu zeugen. Dadurch wurde Ismael ein Symbol für die Gerechtigkeit aus Werken. Isaak, der gezeugt wurde, nachdem Sarah schon die Wechseljahre erlebt hatte, war das wahre Kind der Verheißung. Seine Empfängnis war das Resultat des Glaubens, den Sarah in die Verheißungen Jahuwahs besaß: „Durch Glauben erhielt auch Sarah selbst die Kraft, schwanger zu werden, und sie gebar, obwohl sie über das geeignete Alter hinaus war, weil sie den für treu achtete, der es verheißen hatte." (Hebräer 11,11.) Isaak symbolisierte damit die Gerechtigkeit aus dem Glauben.

Der Brief des Paulus an die Galater wurde vor allem geschrieben, um die Frage der Beschneidung zu klären. Die Galater waren Bekehrte aus dem Heidentum. Paulus hatte einige Zeit bei ihnen verbracht, um ihnen den Weg der Erlösung zu erklären. Nachdem er abgereist war, kamen jüdische Christen aus Palästina nach Galatien. Sie erzählten den Neubekehrten, dass sie nicht als wahre Christen gelten könnten, bis sie nicht das Ritual der Beschneidung vollzogen hätten. Leichtgläubig, wenn auch aufrichtig, stimmten die Galater der Beschneidung zu.

Als Paulus von dem Einfluss erfuhr, den diese „Judaisierer“ auf die Christen in Galatien ausübten, tadelte er sie sehr: "O ihr unverständigen Galater, wer hat euch verzaubert, dass ihr der Wahrheit nicht gehorcht, euch, denen Jahushua, der Gesalbte, als unter euch gekreuzigt vor die Augen gemalt worden ist?" (Galater 3,1.)

Paulus erfasste die Bedeutung dieser Handlung, welche die jungen Christen aus Galatien nicht erkennen konnten. Erlösung geschieht allein durch den Glauben an die Gnade Jahuwahs. "Denn aus Gnade seid ihr errettet durch den Glauben, und das nicht aus euch — Gottes (Elohims) Gabe ist es; nicht aus Werken, damit niemand sich rühme." (Epheser 2,8-9.) Er wollte von den Galatern wissen: "Das allein will ich von euch erfahren: Habt ihr den Geist durch Werke des Gesetzes empfangen oder durch die Verkündigung vom Glauben?" (Galater 3,2.) Da er genau wusste, was er ihnen beigebracht hatte, kannte Paulus die Antwort natürlich. Er machte sie auf ihre Inkonsequenz aufmerksam: „Seid ihr so unverständig? Im Geist habt ihr angefangen und wollt es nun im Fleisch vollenden?" (Galater 3,3.)

Paulus schloss seine Beweisführung mit einem Verweis auf Abraham ab:

„Der euch nun den Geist darreicht und Kräfte in euch wirken lässt, [tut er es] durch Werke des Gesetzes oder durch die Verkündigung vom Glauben? Gleichwie Abraham Gott (Elohim) geglaubt hat und es ihm zur Gerechtigkeit angerechnet wurde, so erkennt auch: Die aus Glauben sind, diese sind Abrahams Kinder. Da es nun die Schrift voraussah, dass Gott (Elohim) die Heiden aus Glauben rechtfertigen würde, hat sie dem Abraham im Voraus das Evangelium verkündigt: »In dir sollen alle Völker gesegnet werden«. So werden nun die, welche aus Glauben sind, gesegnet mit dem gläubigen Abraham.“ (Galater 3,5-9.)

Das Apostelkonzil von Jerusalem:

„Und aus Judäa kamen einige herab und lehrten die Brüder: Wenn ihr euch nicht nach dem Gebrauch Moses beschneiden lasst, so könnt ihr nicht gerettet werden! Da nun Zwiespalt aufkam und Paulus und Barnabas eine nicht geringe Auseinandersetzung mit ihnen hatten, bestimmten sie, dass Paulus und Barnabas und einige andere von ihnen wegen dieser Streitfrage zu den Aposteln und Ältesten nach Jerusalem hinaufziehen sollten. […] Als sie aber nach Jerusalem kamen, wurden sie von der Gemeinde, den Aposteln und den Ältesten empfangen und berichteten alles, was Jahuwah mit ihnen gewirkt hatte. Aber einige von der Richtung der Pharisäer, die gläubig geworden waren, standen auf und sprachen: Man muss sie beschneiden und ihnen gebieten, das Gesetz Moses zu halten! Da kamen die Apostel und die Ältesten zusammen, um diese Sache zu untersuchen. Nachdem aber eine große Auseinandersetzung stattgefunden hatte, stand Petrus auf und sprach zu ihnen: Ihr Männer und Brüder, ihr wisst, dass Jahuwah lange vor diesen Tagen mitten unter uns die Heiden erwählt hat, dass sie durch meinen Mund das Wort des Evangeliums hören und zum Glauben kommen sollten. Und Jahuwah, der die Herzen kennt, legte für sie Zeugnis ab, indem er ihnen den Heiligen Geist gab gleichwie uns; und er machte keinen Unterschied zwischen uns und ihnen, nachdem er ihre Herzen durch den Glauben gereinigt hatte. Weshalb versucht ihr denn jetzt Jahuwah, indem ihr ein Joch auf den Nacken der Jünger legt, das weder unsere Väter noch wir tragen konnten? Vielmehr glauben wir, dass wir durch die Gnade des Herrn Jahushua des Gesalbten gerettet werden, auf gleiche Weise wie jene. [...] Nachdem sie aber zu reden aufgehört hatten, ergriff Jakobus das Wort und sagte: Ihr Männer und Brüder, hört mir zu! [...] Darum urteile ich, dass man denjenigen aus den Heiden, die sich zu Jahuwah bekehren, keine Lasten auflegen soll, sondern ihnen nur schreiben soll, sich von der Verunreinigung durch die Götzen, von der Unzucht, vom Erstickten und vom Blut zu enthalten.“ (Apostelgeschichte 15,1-2.4-11.13.19-20.)

Die Apostel hatten einen reinen Glauben. Wäre die Beschneidung zu ihrer Zeit noch immer eine verbindliche Anforderung gewesen, so hätte das Apostelkonzil von Jerusalem nicht angeordnet, dass man sie von den heidnischen Bekehrten nicht verlangen dürfte. Allerdings sollte das von niemandem als Ausrede dafür benutzt werden, die Feste nicht mehr zu halten. Denn diese gehören zu einer völlig anderen Kategorie von Gesetzen. Da die Beschneidung eine Bestätigung des Bundes darstellte, der den kommenden Erlöser verhieß, war sie Teil des Opfersystems, das am Kreuz in Erfüllung ging. Genau aus diesem Grund war Paulus auch so entrüstet, dass die Judaisierer lehrten, dass die Beschneidung für Christen heilsnotwendig sei.

Paulus erinnerte die Bekehrten in Galatien daran, dass Jahushua ihnen als "gekreuzigt vor die Augen gemalt worden" war. (Galater 3,1.) Mit anderen Worten, Jahuwah hatte seinen Teil des Bundes erfüllt. Er hatte seinen Sohn in den Tod gegeben, um die Menschheit zu erlösen. Die Fortsetzung der Beschneidungspraxis als religiöses Ritual hätte bedeutet, den Tod Jahushuas am Kreuz für nichtig zu erklären. Damit hätte man Jahuwah genauso beleidigt, als wenn man weiterhin Tieropfer dargebracht hätte. Im Grunde sagt man damit nämlich, dass Jahushuas Opfer nicht ausreichend bzw. nicht gut genug war.

In seinem Brief an die Römer legte Paulus diesen Gedanken noch genauer aus. Er erklärte, dass die Beschneidung dem Abraham als Siegel der Gerechtigkeit gegeben wurde, das dieser durch den Glauben erlangte, bevor er beschnitten wurde. Paulus argumentierte weiter, dass Abrahams Beschneidung auch die Unbeschnittenen mit einschloss, die trotzdem an die Verheißungen Jahuwahs glaubten: "Und er empfing das Zeichen der Beschneidung als Siegel der Gerechtigkeit des Glaubens, den er schon im unbeschnittenen Zustand hatte, damit er ein Vater aller unbeschnittenen Gläubigen sei, damit auch ihnen die Gerechtigkeit angerechnet werde." (Römer 4,11.)

Abrahams Beschneidung wurde also auch den Unbeschnittenen angerechnet, denen trotzdem die Gerechtigkeit Jahuwahs durch den Glauben an die Verdienste seines Sohnes zugerechnet wurde. Damit wird angedeutet, dass die Beschneidung irgendwann nach der Zeit Abrahams aufhört, eine religiöse Verpflichtung zu sein. Sobald Jahushua als das perfekte Opfer gestorben war, war das Opfersystem mit der Beschneidung als Bestätigung nicht mehr notwendig. Der Vertrag war erfüllt. Der Preis für die Erlösung war vollständig bezahlt worden.

„Jahushua aber hat, weil er in Ewigkeit bleibt, ein unübertragbares Priestertum. Daher kann er auch diejenigen vollkommen erretten, die durch ihn zu Gott (Elohim) kommen, weil er für immer lebt, um für sie einzutreten.

Denn ein solcher Hoherpriester tat uns not, der heilig, unschuldig, unbefleckt, von den Sündern abgesondert und höher als die Himmel ist, der es nicht wie die Hohenpriester täglich nötig hat, zuerst für die eigenen Sünden Opfer darzubringen, danach für die des Volkes; denn dieses [Letztere] hat er ein für alle Mal getan, indem er sich selbst als Opfer darbrachte.“ (Hebräer 7,24-27.)

Die Tatsache, dass die Beschneidung am Fleisch eine tiefere, spirituelle Bedeutung hatte, wurde von den alten Israeliten sehr wohl verstanden. Schon zur Zeit Moses berichtet die Bibel: "Dennoch hat Jahuwah allein deinen Vätern sein Herz zugewandt, dass er sie liebte; und er hat ihren Samen nach ihnen aus allen Völkern erwählt, nämlich euch, wie es heute der Fall ist. So beschneidet nun die Vorhaut eures Herzens und seid nicht mehr halsstarrig!" (5. Mose 10,15-16.) Immer, wenn die Israeliten Jahuwah abtrünnig wurden und rebellierten, wurden sie ermahnt, ihre Herzen zu beschneiden:

„Denn so spricht Jahuwah zu den Männern von Juda und zu Jerusalem: Pflügt einen Neubruch und sät nicht unter die Dornen! Beschneidet euch für Jahuwah und beseitigt die Vorhaut eurer Herzen, ihr Männer von Juda und ihr Einwohner von Jerusalem, damit mein Zorn nicht ausbricht wie ein Feuer, das niemand löschen kann, wegen der Bosheit eurer Taten!" (Jeremia 4,3-4.)

Die Beschneidung war eng mit dem Opfersystem verbunden. Sie war Teil des Systems, das im Glauben vorausblickte auf das Blut, das Jahushua am Kreuz vergoss. Als solches stellt sie in der Zeit nach der Kreuzigung keine verbindliche Forderung mehr dar.

Die Beschneidung war Teil des Opfersystems. Sie war Teil des Systems, das durch den Glauben vorausschaute auf das am Kreuz vergossene Blut Jahushuas. Und deshalb war sie auch nach dem Kreuz nicht mehr notwendig.

Die wundervolle Prophezeiung aus dem Buch Daniel zeigt deutlich auf, dass der Blutbund erfüllt wurde. Daher waren auch keine weiteren Opfer, zu denen auch die Beschneidung gehörte, mehr nötig. "Und er wird mit den Vielen einen festen Bund schließen eine Woche lang; und in der Mitte der Woche wird er Schlacht- und Speisopfer aufhören lassen." (Daniel 9,27.)

Die flehenden Bitten des Himmels, die dem alten Israel galten, gelten heutzutage dem modernen Israel, also denen, nach dem Glauben Kinder Abrahams sind. Jetzt, in diesen letzten Tagen der Weltgeschichte, soll jeder sein Herz beschneiden. Verwirf bitte jegliche menschliche Rechtfertigung und jede Ausrede. Suche das Angesicht Jahuwahs. Bete ihn im Geist und in der Wahrheit an. Bring deinen Willen in Einklang mit dem göttlichen Willen. Auch du kannst im Glauben ein Nachkomme Abrahams werden, ein Erbe der göttlichen Verheißung.

 
Römer 4,12-13.16.

1 http://www.lectlaw.com/def/c323.htm

2 Berîyth, #1285, The New Strong’s Expanded Dictionary of Bible Words.

 * In allen Bibelzitaten wurden der Name des himmlischen Vaters und der seines Sohnes eingesetzt.